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Tennis-Ass Nikolai Barsukov jubelt in Dubai wie sein Vorbild David Raum

Emirate statt Melbourne: Drei Turniersiege in drei Wochen feierte der Leipziger Junior in der Wüste


Leipzig. Als er seinen Matchball in Dubai verwandelt hatte, stoppte er auf dem Weg zum Shakehands am Netz für einen kurzen Augenblick, nahm beide Arme hinter den Körper und imitierte gekonnt einen Schlag auf dem Golfplatz. „Das war der David-Raum-Jubel“, erklärte der deutsche Tennis-Jugendmeister Nikolai Barsukov, der auf seiner dreiwöchigen Wettkampfreise in die Vereinigten Arabischen Emirate gleich drei ITF-Junioren-Turniere gewann. Zweimal triumphierte der Macherner im Einzel und einmal im Doppel. Drei Mal in Folge gehörte er beim Deutschen Tennis Bund zu den Champions der Woche.


Der 17-Jährige ist seit seiner Kindheit glühender Fan der Kicker von RB Leipzig. Sein momentaner Lieblingsspieler ist Bullen-Linksverteidiger Raum, der diesen Torjubel in der Champions League gegen Belgrad sowie in der Bundesliga in Köln gezeigt hatte. „David ist ein Vorbild für mich. Er geht entschlossen in die Zweikämpfe, zeigt auf dem Rasen immer volle Energie und eine tolle Körpersprache. Er reißt seine Mitspieler mit, wenn es mal nicht so läuft und zeigt dem Gegner stets, dass er bereit ist zu kämpfen“, sagt der auf dem Weg zum Tennisprofi befindliche Spieler, der gegen sein langjähriges RB-Idol Dominik Kaiser in Hannover bereits Tennis spielte und in den vergangenen Jahren den nach München gewechselten Konrad Laimer ganz besonders bewunderte.


Schwierige Entscheidung gegen den Start in Melbourne


Seit Sommer 2023 trainiert Nikolai Barsukov an der namhaften Tennis-University im hessischen Hochheim beim Trainerteam um den früheren Davis-Cup-Star Alexander Waske (48). Das große Ziel für dieses Jahr ist die Teilnahme am Junioren-Feld bei den Grand-Slam-Turnieren. Doch der junge Sachse entschied sich bewusst gegen einen Start bei den Australian Open. „Das war eine schwierige Entscheidung“, gibt er zu.


Aus heutiger Sicht war diese richtig, denn in den Emiraten sammelte er mit seiner neuen Schläger-Marke jede Menge Spielpraxis und holte sich die ebenso wichtigen Erfolgserlebnisse, mit denen er sich binnen weniger Wochen von Platz 230 auf Rang 117 der ITF-Junioren-Weltrangliste nach vorn katapultierte. „In Melbourne hätte ich sicher mit Jetlag zu kämpfen gehabt und in der ersten Quali-Runde ein Hammer-Los bekommen können. Zudem wäre der Flug für mich und einen Betreuer sehr teuer gewesen.“


Sprung im Sponsoring dank des Agenten aus Wien


Der Wüsten-Trip sei auch deshalb preiswerter gewesen, weil sich fünf Spieler die Finanzierung des Trainers geteilt haben. Zudem habe Nikolai in der letzten Woche privat bei der in Dubai lebenden Familie eines indischen Tennis-Kumpels wohnen können. Im Sponsoring verbuchte er erst in dieser Woche einen großen Erfolg: Sein Agent aus Wien vermittelte ihm einen lukrativen Ausrüstervertrag mit der Marke Asics.


Vor der jetzigen Turnierserie habe im Dezember der bislang härteste Athletik-Block seiner jungen Karriere auf dem Programm gestanden. „Da hatte ich drei Athletik-Einheiten am Tag und habe nur selten Tennis gespielt. Ich war oft platt und bin über meine Grenzen gegangen, habe aber voll durchgezogen.“ Schon in Dubai fuhr er die Ernte ein: „Ich bin schneller auf den Beinen, bewege mich gut zu den Bällen, habe eine bessere Kondition und bringe meine Power auf den Platz.“


„Powerman“ Barsukov serviert jetzt mit mehr als 200 km/h


Deutlich werde dies bei den Aufschlägen. Mit bis zu 206 km/h serviere er den Ball mittlerweile – damit kann er sich schon mit Profis messen. Mit seinem Headcoach Waske – einem früheren Aufschlagspezialisten – habe er seit Monaten mit viel Liebe zum Detail an der Aufschlag-Technik und am Schlägergriff gearbeitet. Der Lohn: In einem Dreisatz-Spiel in den Emiraten glänzte Barsukov mit 16 Assen. Er bezwang in den drei Wochen beispielsweise Kontrahenten aus Frankreich, Großbritannien, Russland, Rumänien, Indien sowie Österreich.

Dabei habe ihm auch seine gewachsene mentale Stärke geholfen. „Als ich im Viertelfinale den zweiten Satz durch zwei Doppelfehler verloren hatte, war ich zwar angepisst, bin aber ruhig geblieben. Früher hätte ich den Ball aus Frust weggeschlagen. Heute ärgere ich mich kurz, zeige es aber keinem.“ Seinen Frust dürfe man im Profi-Tennis zwar kurz rausschreien. „Aber wichtig ist, dass du immer in der Gegenwart bist und nie in der Vergangenheit oder Zukunft.“ Wie David Raum will er seinem Gegner stets zeigen: Ich bin bereit. Diese Einstellung könnte den Spitzenspieler des TC RC Sport Leipzig im Mai zu den French Open und im Juli nach Wimbledon führen. Und mit seinem Verein will er im Sommer unbedingt die Ostliga rocken und zurück in die 3. Liga.



Quellenangabe: Leipziger Volkszeitung vom 31.01.2024, Seite 26


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